Tragkraft: Wir halten, was wir versprechen
Viele Hersteller werben mit beeindruckenden Tragfähigkeiten ihrer Wagen. Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass diese Werte häufig nur theoretisch erreicht werden. In der Praxis verteilt sich das Gewicht eines Fahrzeugs nämlich nicht gleichmäßig auf alle Räder. Bei einem Transportwagen mit vier Rädern berechnen wir die zulässige Tragkraft sinnvollerweise nicht aus der Summe aller vier Rollen, da durch Bodenunebenheiten oder Verwindungen jederzeit ein Rad den Bodenkontakt verlieren kann. Deshalb wird die Tragfähigkeit seriös aus der Tragkraft von drei Rädern berechnet und zusätzlich ein Sicherheitsabschlag berücksichtigt. Noch anspruchsvoller ist die Situation bei Rauchwagen mit sechs Rädern. Durch ihre Konstruktion und Kippmoment befinden sich während der Lenkbewegung sogar nur 2 Räder am Boden, da diese erhöht angeordnet sind. Auf diesen zwei Rädern lastet dann das komplette Gewicht, und genau diese Belastung muss das Rad dauerhaft aufnehmen können.
Größere Räder bedeuten deutlich mehr Reserven
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Raddurchmesser. Viele marktübliche Rauchwagen sind mit Polyamidrädern von 150 Millimetern Durchmesser ausgestattet. Deren Tragfähigkeit liegt je nach Ausführung bei etwa 300 Kilogramm pro Rad. Tragen beim Lenken nur zwei Räder das Gesamtgewicht, ergibt sich daraus inklusive Sicherheitsabschlag lediglich eine tatsächlich nutzbare Tragfähigkeit von rund 540 Kilogramm. Trotzdem werden vergleichbare Wagen teilweise mit einer Tragkraft von 600 Kilogramm angeboten. Höcker verfolgt bewusst einen anderen Ansatz. Die Rauchwagen werden serienmäßig mit robusten 200-Millimeter-Polyamidrädern ausgestattet, die jeweils bis zu 600 Kilogramm Tragkraft aufnehmen können. Rein rechnerisch ergäbe sich dadurch eine Tragfähigkeit der Räder von über einer Tonne. Dennoch geben wir die maximale Tragkraft des gesamten Rauchwagens bewusst mit lediglich 500 Kilogramm an, um eine Sicherheitsreserve zu haben. Denn erfahrungsgemäß schützt eine großzügige Sicherheitsreserve die Räder zuverlässig vor Überlastung. Das reduziert Verschleiß, vermeidet Ausfälle und sorgt für eine deutlich längere Lebensdauer der Fahrzeuge. Dasselbe Prinzip gilt auch bei kleineren Wagen. Selbst wenn Räder höhere Lasten aufnehmen könnten, wird die zulässige Gesamtbelastung bei Höcker bewusst konservativ angegeben.
Der richtige Werkstoff macht den Unterschied
Nicht jedes Kunststoffrad ist für den anspruchsvollen Einsatz in der Lebensmittelproduktion geeignet. Während Höcker bei Rauch- und Beschickungswagen hochwertige Markenräder aus Polyamid 6 deutscher Hersteller verwendet, setzen andere Anbieter teilweise auf einfacheres Polypropylen. Der Unterschied zeigt sich insbesondere unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen:
- höhere Tragfähigkeit bei Polyamid 6
- bessere Temperaturbeständigkeit
- höhere mechanische Belastbarkeit
- längere Lebensdauer
Warum das wichtig ist, zeigte sich bereits Ende der 1980er Jahre. Damals bezog Höcker Rauchwagen noch von einem externen Hersteller. An einem kalten Wintertag standen mehrere Wagen im Freien, als plötzlich mehrfach laute Knallgeräusche zu hören waren. Die Ursache war schnell gefunden: Die Räder platzten regelrecht auseinander. Grund dafür war der verwendete Werkstoff Polypropylen. Eingedrungene Feuchtigkeit war bei Frost gefroren und hatte die Räder von innen zerstört. Gerade in der Fleisch- und Lebensmittelindustrie sind niedrige Temperaturen jedoch alltäglich. Produktionsräume werden gekühlt, viele Wagen kommen zusätzlich in Kühl- oder Tiefkühlbereichen zum Einsatz. Unter diesen Bedingungen sind hochwertige Werkstoffe unverzichtbar.
Warum blaue Räder heute mehr Sicherheit bieten
Die Farbe Weiß war viele Jahre vorherrschend in der Lebensmittelindustrie. Sie galt als hygienisch, weil man Verschmutzungen darauf sehr gut erkennen konnte. Heute steht ein anderer Aspekt stärker im Vordergrund: die Produktsicherheit.
Sollte sich durch Beschädigungen einmal ein kleines Kunststoffteil lösen, lässt sich ein weißes Bruchstück in vielen Lebensmitteln nur schwer erkennen. Blaue Farbe kommt in natürlichen Lebensmitteln dagegen praktisch nicht vor und fällt deshalb sofort auf.
Aus diesem Grund verwendet Höcker seit vielen Jahren standardmäßig blaue Räder, siehe Bild unten:

So lässt sich das Risiko reduzieren, dass Fremdkörper unentdeckt in den Produktionsprozess gelangen und aufwendige Rückrufaktionen verursachen.
Sichere Befestigung statt lockerer Rollen
Auch die Art der Radbefestigung beeinflusst Zuverlässigkeit und Wartungsaufwand. Viele Hersteller verwenden sogenannte Rückenloch-Lenkrollen. Dabei wird das gesamte Radgehäuse über eine zentrale Schraube befestigt. Beim Rückenloch befindet sich oben im Gehäuse der Lenkrolle ein einzelnes Loch, durch die eine Schraube geführt und mit dem Chassis des Gerätes verbunden wird. Nachteil ist, dass das Rad bei der Montage des Radgehäuse im Weg und die Schraube nur schwierig von unten durch das Loch zu führen ist. Häufig muss deshalb das Rad demontiert werden, um das Rückenloch zu erreichen. Hinzu kommt, dass sich das Gehäuse durch die Schwenk- und Rotationsbewegung des Drehkranzes losdrehen und verloren gehen kann.
Höcker setzt deshalb konsequent auf Lenkrollen mit Anschraubplatte, siehe Bild unten:

Dabei wird die Rolle über vier gut zugängliche Schrauben sicher mit dem Fahrzeug verbunden. Diese Konstruktion bietet gleich mehrere Vorteile:
- schnelle und unkomplizierte Montage
- gute Zugänglichkeit aller Befestigungspunkte
- dauerhaft stabile Verbindung auch bei hoher Beanspruchung
- hohe Betriebssicherheit durch sichere Verschraubung
- geringer Wartungsaufwand und lange Lebensdauer
Der Aufwand zahlt sich aus: Die Rollen bleiben auch im harten Produktionsalltag dauerhaft sicher befestigt und sorgen für einen zuverlässigen Betrieb über viele Jahre.
Leiser arbeiten mit Silent-Drive-Rädern
In vielen Produktionsbereichen der Fleisch- und Lebensmittelproduktion ist die Lärmbelastung ohnehin hoch. Deshalb bietet Höcker für zahlreiche Fahrzeuge sogenannte Silent-Drive-Räder an. Je nach Einsatzgebiet kommen Polyurethan oder hochwertiges Vollgummi zum Einsatz, siehe Bild unten:

Beide Materialien laufen deutlich leiser als harte Polyamidräder und verbessern den Fahrkomfort insbesondere auf rauen Hallenböden.
Dabei gilt außerdem:
- Polyurethan verbindet hohe Tragkraft mit guten Laufeigenschaften.
- Vollgummi ist noch leiser, eignet sich aber vor allem für geringere Lasten.
- Beide Materialien hinterlassen als nicht kreidende Ausführung keine Abriebspuren auf dem Boden.
Der weichere Belag erhöht allerdings den Rollwiderstand. Besonders bei hohen Lasten lassen sich solche Räder deshalb etwas schwerer schieben als klassische Polyamidräder.
Spezialräder für extreme Temperaturen
Nicht jede Anwendung endet bei Raumtemperatur. Rauchwagen zum Beispiel fahren in Heißrauchanlagen ein und aus. Während des Räucherprozesses herrschen je nach Verfahren Temperaturen von etwa 60 bis über 100 °C. Beim Ausfahren wirken zusätzlich Wärmestrahlung und heiße Edelstahlflächen auf die Räder. Auch in der Pharma- und Lebensmitteltechnik bewegen sich Wagen für Sterilisations- oder Trocknungsprozesse regelmäßig zwischen heißen Anlagen und Produktionsbereichen. Für besonders heiße Einsatzbereiche bietet Höcker deshalb hochtemperaturbeständige Räder an.
Je nach Anwendung kommen zwei Werkstoffe Phenolharz oder thermoplastisches Hochtemperatur-Polyamid zum Einsatz, siehe Bild unten:
Beide Varianten sind für Temperaturen von etwa -40 °C bis +250 °C geeignet.
Während thermoplastisches Polyamid auch bei rauen Böden gute Laufeigenschaften bietet, sinkt seine Tragfähigkeit bei steigender Temperatur. Phenolharz behält seine Stabilität auch bei hohen Temperaturen, ist jedoch empfindlicher gegenüber Stößen, Schwellen und rauen Fahrbahnen. Zudem können diese Räder mit Edelstahlachsen zum Quietschen neigen und müssen regelmäßig mit PTFE-Spray geschmiert werden.
Detektierbare Räder erhöhen die Produktsicherheit
Für besonders sensible Produktionsbereiche bietet Höcker außerdem detektierbare Räder an, siehe Bild unten:

Die verwendeten Werkstoffe können von modernen Metalldetektoren oder Röntgensystemen erkannt werden. Je nach Empfindlichkeit der Anlage lassen sich selbst sehr kleine Kunststoffpartikel im Bereich weniger Millimeter zuverlässig identifizieren.
Damit leisten detektierbare Räder einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und helfen, kostspielige Produktrückrufe zu vermeiden.
Qualität zeigt sich oft im Detail
Ob Tragkraft, Werkstoff, Befestigung oder Produktsicherheit: Ein Rad ist weit mehr als ein Verschleißteil. Es entscheidet über Laufruhe, Wartungsaufwand, Arbeitssicherheit und die Lebensdauer eines gesamten Fahrzeugs. Deshalb betrachtet Höcker Räder nicht als Standardkomponente, sondern als sicherheitsrelevantes Konstruktionselement. Großzügige Sicherheitsreserven, hochwertige Materialien und praxisgerechte Konstruktionen sorgen dafür, dass Rauchwagen, Beschickungswagen und viele weitere Transportgeräte auch unter härtesten Bedingungen langfristig zuverlässig funktionieren.
Sie sind noch auf der Suche nach den perfekten Rädern in Ihrer Produktion? Dann warten Sie nicht länger. Viele Räder sind kurzfristig aus unserem Lagervorrat lieferbar und auch als Komplettsatz inklusive Befestigungsmaterial erhältlich. Wir beraten Sie gern!